Samstag, 30. Dezember 2017

Kuschelig warm solls sein - nur wie?

Uns ist sehr wichtig dass unser Ybbshäuschen nachhaltig gebaut wird - im Sinne der Umwelt und auch unserer Geldbörse. Wir haben uns eingehend mit verschiedenen Heizsystemen bzw. Energiequellen auseinandergesetzt.

Folgende Heizsysteme stehen im Prinzip zur Auswahl:
  • Gastherme:
    Die einfachste und kostengünstige Art zu Heizen ist im Moment wohl die Gasheizung. Aus zwei Gründen kommt dieses Heizsysteme für uns aber nicht in Frage - einerseits die Verbrennung von fossilen Energieträgern, die aus Umweltschutzgründen nicht unbedingt sinnvoll ist, andererseits die Tatsache, dass die Ferngas-Leistung nicht in vernünftigem Abstand zu unserem zukünftigen Heizraum liegt und somit umfangreiche Grabarbeiten notwendig wären.
  • Pelletsheizung:
    Eine Pelletsheizung benötigt - no na - Pellets, und damit einen großen Lagerraum. Dieser Platz wäre bei uns zwar prinzipiell vorhanden, wir möchten diesen aber eigentlich lieber anderweitig nutzen.
  • Wärmepumpe:
    Somit war für uns relativ schnell klar dass wir eine Wärmepumpe als Heizsystem verwenden möchten. Wärmepumpen funktionieren im Prinzip wie ein Kühlschrank, nur genau andersherum. Aus einer Wärmequelle (Außenluft, Grundwasser oder Erdreich) wird Energie entnommen und dem Wasser des Heizkreislaufs zugeführt.
    Die genaue Funktionsweise ist sehr gut in der Wikipedia geschildert, die Abbildung illustriert das ganze nochmal kurz:
  • Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia
Hier gibt es allerdings wieder verschiedene Ausführungen:
Je nach dem welche Wärmequelle verwendet wird unterscheidet man zwischen Luft-, Wasser- und Erdwärmepumpen.

Unser Favorit war zunächst die Erdwärmepumpe mit einem Spiralkollektor (häufig auch als Energiesäule oder Solekorb bezeichnet).
Durch die nahezu konstante Temperatur des Erdreichs arbeitet die Wärmepumpe hier immer optimal effizient und verbraucht damit am wenigsten Strom. Allerdings kommen hier - im Vergleich zur Luftwärmepumpe - zusätzliche Investitionskosten in Höhe von ca. 15.000 - 18.000€ für die Bohrungen und die Verlegung der Spiralkollektoren dazu. Die Tiefenbohrung für eine Erdsonde würde ähnliche Kosten verursachen. Bei der Verlegung von Flächenkollektoren fallen zwar nicht ganz zu hohe Anschaffungskosten an, dafür blockieren die Kollektoren dann sehr große Bereiche des Gartens, die dann nicht für Swimming Pool, Bepflanzung etc. zur Verfügung stehen.

Eine Wasserwärmepumpe hat - neben den ebenfalls anfallenden Kosten für die Bohrung der beiden Brunnen zur Entnahme und Rückspeisung des Grundwassers - den gravierenden Nachteil dass sie Genehmigungspflichtig ist und die Genehmigung aktuell lediglich für jeweils 10 Jahre erteilt wird. Da wir bei der Heizung von einer Lebensdauer von deutlich über 10 Jahren ausgehen, möchten wir nicht von einer neuerlichen Genehmigung abhängig sein.

Somit ist der aktuelle Favorit die Luftwärmepumpe. Bei niedrigen Außentemperaturen gibt es hier zwar deutliche Einbußen in der Effizienz, moderne Geräte arbeiten aber auch bei bis zu -20° noch und erst dann muss auf die elektrische Zusatzheizung zurückgegriffen werden.

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können (und weil ich als Physikerin da auch gar nicht aus meiner Haut kann 😄), haben wir eine kleine Rechnung angestellt. Aus der Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe bei verschiedenen Temperaturen sowie einem typischen Temperaturprofil eines Jahres in unserer Heimatstadt konnten wir - zusammen mit den Daten aus dem Energieausweis - mit ausreichender Genauigkeit den Stromverbrauch für unsere zukünftige Heizung abschätzen. Der Unterschied zwischen Luft- und Erdwärmepumpe liegt hier bei ca. 300€/Jahr. Somit hätte sich - bei einem Zusatzinvest von 15.000€ für die Erdwärmeheizung - diese erst nach 50 Jahren selbst finanziert.

Neben der niedrigeren Effizienz bei kalten Temperaturen hat die Luftwärmepumpe noch einen weiteren Nachteil - das Außengerät muss große Mengen an Luft zur Wärmepumpe transportieren um ausreichend Energie für die Beheizung zu gewinnen. Dazu ist ein großer Ventilator erforderlich, und der große Luftstrom erzeugt einen gewissen Lärmpegel. Deshalb ist auch die Entscheidung für uns noch nicht endgültig gefallen, unser Favorit ist aber derzeit die Luftwärmepumpe.

In den letzten Tagen haben wir uns auch intenstiv mit dem Thema Photovoltaik auseinandergesetzt - dazu aber mehr im nächsten Beitrag!

Liebe Grüße,
Bettina

Dienstag, 19. Dezember 2017

Baum fällt!

Das Ybbshäuschen war, wie ihr vielleicht im letzten Beitrag schon feststellen konntet, ziemlich zugewuchert. Vor allem drei über 20m hohe Fichten spendeten im Sommer zwar schönen Schatten, hatten aber doch auch so einige Nachteile.



Einerseits machten sie unheimlich viel Mist (alle 14 Tage eine Schubkarre voll Fichtennadeln aus dem Garten und den Dachrinnen entfernen zu müssen macht echt keinen Spaß), andererseits gefährdeten die großen Äste bei stärkerem Wind auch das Dach. Schon kurz nachdem wir eingezogen waren haben wir mit Hilfe eines Nachbarn die Äste die dem Dach am nächsten kamen entfernt.


In der Küche hatten wir auch nicht wirklich viel Tageslicht, da die Bäume hier einfach im Weg standen. Für uns stand also relativ schnell fest dass die Bäume weg müssen.

Nachdem die Entscheidung gefallen war, war noch die Frage nach dem wie zu klären. Die Bäume waren so hoch, dass es nicht möglich gewesen wäre sie zu fällen ohne dem Nachbarhaus, unserem Haus oder einer Stromleitung gefährlich nahe zu kommen. Glücklicherweise hat ein ehemaliger Arbeitskollege von Jan sich darauf spezialisiert, Bäume in solchen beengten Situationen zu fällen indem er von einer Hebebühne aus die Stämme Meter für Meter von oben herab abträgt.


Eines Freitagnachmittags im Oktober rückte also schweres Gerät im Ybbshäuschen an.
Nach ca. 20 min war die Hebebühne an Ort und Stelle positioniert und so gesichert dass die Arbeit gefahrlos möglich war.

 


Zuerst wurden mittels Hochentaster die mächtigen Äste entfernt. Besonders bei dem einen Baum der nur wenige Meter vom Haus entfernt stand, konnten wir mit zunehmender Faszination beobachten mit wieviel Feingefühl hier in 20m Höhe mit schweren Maschinen gearbeitet wurde.

 

Die Äste fielen wohldosiert an der jeweils gewünschten Stelle zu Boden. Dadurch entstand auch gleich ein Polster, auf den in weiterer Folge die auf ca. 1m abgelängten Stamm-Stücke fallen sollten.
Auch das Abtragen des nun "nackten" Baumstamms wurde sehr sorgfältig durchgeführt.


Nach etwa vier Stunden Arbeitszeit waren unsere Baume pünktlich zu Einbruch der Dunkelheit bis auf Reststämme von ca. 2-3m Höhe gefällt. Diese Überreste waren rudum in Reisig "vergraben" - so wie auch ein ziemlich großer Rest unseres Gartens!


Im Laufe der nächsten Wochen arbeiteten wir das geschlägerte Holz auf. Nachdem das Reisig (und es ist unvorstellbar wieviel Reisig hier wirklich anfiel) beseitigt war konnten wir auch noch die verbleibenden Stämme fällen.





Für die nächsten Winter ist der Brennholzvorrat somit jedenfalls gesichert!

Nach dem Fällen der drei größten Bäume haben wir jetzt auch wesentlich mehr Licht in Haus und Garten.


Zwischen den großen Bäumen war auch noch eine deutlich kleiner Fichte, die wir eigentlich stehen lassen wollten. Nach einigen Monaten (und dem ersten größeren Sturm) hat der Baum sich aber so gefährlich geneigt dass wir kurzen Prozess gemacht und ihn ebenfalls gefällt haben.

 

Da wir dann schon so schön in Fahrt waren haben wir noch gleich einen weiteren Baum beseitigt.



Das wars dann aber auch fürs erste mit unseren forstwirtschaftlichen Aktivitäten - bis zum nächsten Mal!

P.S.: Nachdem wir mit der Arbeit von Herrn Gangl so uneingeschränkt zufrieden waren, hier auch noch der Link zu seiner Hompage, versehen mit dem ganz klaren Prädikat "empfehlenswert": http://www.gangl.co.at/

P.P.S.: Entschuldigt die teilweise sehr schlechte Bildqualität - die Fotos entstanden mit einer billigen Handykamera bei oft recht ungünstigen Lichtverhältnissen. Baustelle halt :-)

Sonntag, 10. Dezember 2017

Vorher.

Irgendwann wird es hier Nachher-Bilder geben. Hoffen wir zumindest.


Damit ihr aber wisst womit wir starten, gibts hier erstmal Vorher-Bilder ("Vorher" ist übrigens relativ. Die Fotos sind entstanden, nachdem wir knapp 1,5 Jahre mit Aufräumarbeiten verbracht haben ...)

Von außen sieht es im Moment so aus:


Das Bild kennt ihr ja vom Titelbild des Blogs, und es zeigt finde ich ganz gut dass schon ein ganz gehöriger Berg Arbeit vor uns steht.
Besonders witzig finde ich die Lampe, es handelt sich dabei um eine alte Straßenlaterne!

Der Garten war ziemlich verwuchert, mit einigen riesengroßen Fichten (die haben mittlerweile zugunsten von etwas mehr Tageslicht weichen müssen, aber dazu ein anders mal mehr).

 


Jetzt gehts nach innen. Das hier ist der alte Kuhstall:


Der Teil des Raums links im Bild soll mal unsere Garderobe werden, der Teil im Vordergrund eine Laube bzw. eine erweiterte Terrasse zur Nutzung mit dem Garten.

Das nächste Foto zeigt den Heuboden. Hier soll werden wir in Zukunft kochen, essen und wohnen:


Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt wie unser Häuschen aussehen wird wenn es fertig ist. Von vielen Dingen haben wir zwar recht klare Vorstellungen, aber meistens kommt es ja dann doch anders als man denkt.

Also dann, bis demnächst!

Bettina