Montag, 26. März 2018

Es werde Licht - Teil I

Schon seit Jan während seiner Ausbildung zum Prozessleittechniker die ersten SPS-Steuerung programmiert hatte, war für ihn klar dass sein zukünftiges Haus so etwas auch einmal können sollte. Wir waren uns demnach schnell einig, dass das Ybbshäuschen ein sogenanntes "Smart Home" werden sollte. Im Bereich Hausautomatisierung bzw. Haussteuerung gibt es einige bekannte Anbieter - die bekanntesten sind wohl KNX & Loxone.
Auf Grund von vielen guten Erfahrungen in unserem Bekanntenkreis, und nicht zuletzt auch weil es ein österreichisches Unternehmen ist, haben wir uns für Loxone entschieden. Unterstützung bekommen wir hier von Bettinas Onkel, der auf diesem Gebiet viel Erfahrung hat!



Bei der Planung sind wir so vorgegangen, dass wir zuerst eine Wunschliste erstellt haben. Dazu haben wir Raum für Raum den Grundriss mit Ideen die uns gefallen gegenübergestellt. Die Ideen kommen dabei häufig aus der Google-Bildersuche, vor allem aber aus Bettinas Pinterest-Sammlungen, die sie schon seit Jahren pflegt. Ergänzt haben wir diese Ideensammlung dann mit einer Auflistung der Funktionalität, die wir uns für diesen Raum wünschen - angefangen von Licht in statisch und dimmbar, weiß und bunt über Sonnenschutz bis zur Platzierung der Steckdosen und Taster. Schlussendlich gab es eine Powerpoint-Präsentation mit einer Folie für jeden Raum. Unten seht ihr zum Beispiel unsere Ideensammlung für Badezimmer sowie das Stiegenhaus.





Nachdem wir nun definiert hatten welche Funktionalitäten wir gerne wo haben möchten, machten wir uns an die Erstellung einer Überblicksliste zur Kalkulation. Raum für Raum haben wir in einer Excel-Tabelle eingetragen welche Komponenten zur Umsetzung unserer Wunschfunktionalität benötigt werden.



An dieser Stelle folgt eine kleine Anmerkung zur Dimmung von LED-Systemen, da wir mit diesem Thema viel Zeit verbracht haben. Es gibt eine ganze Vielzahl an Möglichkeiten, LED-basierte Leuchtmittel zu dimmen. Einen guten Überblick darüber geben die Loxwiki-Einträge zum Thema Beleuchtung und Dimmung.
Wir haben uns dann dazu entschieden, dass wir die Dimmung von Indirektbeleuchtung die mittels Spots oder Streifen umgesetzt wird über 24V PWM-Dimmung durchzuführen. Sämtliche "herkömmliche" Lampen, wie beispielsweise über dem Esstisch, wollen wir mittels 230V Phasenan/-abschnitt dimmen. Unserer Ansicht nach bietet diese Vorgehensweise den besten Kompromiss aus Kosten, Leistungsfähigkeit und Auswahl der Leuchten.

Ein Ergebnis dieser Überblickliste ist dann unter anderem, wieviele Ein- und Ausgänge nötig sein werden:


Diese Anzahl haben wir dann mit den von Loxone zur Verfügung stehenden Extensions abgeglichen, bis von allen Ein- und Ausgängen ausreichend verfügbar waren. Bei der Umsetzung der gedimmten Beleuchtung haben wir uns für eine Kombination aus Loxone und Drittanbieter entschieden: Die 230V-Dimmung werden wir über die Loxone Dimmer Extension umsetzen, die 24V-Lösungen jedoch mittels DMX Extension in Verbindung mit dem DMX4All X9 Dimmer.




Die hier beschriebene Vorgehensweise ist natürlich auch für eine erste Preisabschätzung sehr nützlich, die ich hier aber ausgegraut habe - ein paar Geheimnisse behält das Ybbshäuschen dann schon für sich!




Samstag, 10. Februar 2018

Wieviel darfs denn werden? Oder: Wenn Physiker eine Photovoltaik-Anlage planen

Nachdem wir im letzten Post erklärt haben, wie wir uns für eine ausschließlich nach Süden ausgerichtete Anlage entschieden haben, möchten wir heute überlegen wie groß die Anlage denn nun eigentlich überhaupt sein muss.


Wir gehen von einem jährlichen Stromverbrauch für unseren Haushalt von ca. 4000 kWh aus, dazu werden nochmal etwa 4000 kWh für den Betrieb der Wärmepumpe kommen - insgesamt also etwa 8000 kWh. Dieser Gesamtstromverbrauch fällt im Laufe eines Jahres an. Doch zu welchem Zeitpunkt wird nun genau wieviel Strom verbraucht? Dafür gibt es sogenannte Standardlastprofile, die den typischen Verlauf des Stromverbrauchs darstellen. Energieversorgungsunternehmen verwenden diese Profile, um den Verlauf ihrer Netzauslastung abzuschätzen. Dabei wird zwischen Werktag und Wochenende, sowie Sommer und Winter unterschieden. Das Standardlastprofil H0 ist eine Beschreibung des Stromverbrauchs von Haushalten (es gibt noch eine ganze Menge an anderen Verbrauchsprofilen, die sind für uns aber nicht relevant). Die aktuellen Lastprofile wurden vor ca. 20 Jahren erstellt, und weisen durch die Veränderungen des Tagesablaufes in unserer Geschellschaft zum Teil mittlerweile deutliche Abweichungen zum tatsächlichen Verbrauch auf, für unsere Abschätzung sollten die Daten aber reichen.


Standardlastprofil H0
Quelle: Wikipedia

Die 8000 kWh Jahresstromverbrauch haben wir entsprechend dem Standardlastprofil aufgeteilt und erhalten damit eine Darstellung, zu welcher Tageszeit welche Leistung benötigt wird.






Mit diesen Verbrauchskurven haben wir dann die Ertragskurve einer PV-Anlage überlagert, wieder basierend auf den Bestrahlungsstärke-Daten von PVGIS. In den Diagrammen ist eine Anlage mit einer Spitzenleistung von 5kW dargestellt. Man erkennt deutlich, dass im Sommer tagsüber mehr Strom als benötigt produziert wird, während im Winter der Bedarf nicht gedeckt ist.




Wo also soll man die goldene Mitte finden? Ist es zielführend, eine Anlage so zu dimensionieren dass im Winter zumindest tagsüber der Strombedarf gedeckt ist? Aus unserer Abschätzung würde das eine Anlage mit 8-10kWp bedeuten. Wohin dann aber mit dem Überschussstrom im Sommer? Und: rechnet sich diese Investition überhaupt jemals?

Glücklicherweise haben sich über dieses Thema schon viele vor uns Gedanken gemacht, und bei der Recherche sind wir auf zwei sinnvolle Kenngrößen zu diesem Thema gestoßen. Einerseits ist das die Eigenverbrauchsquote, die angibt wieviel des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird. Andererseits liefert der Autarkiegrad eine Aussage darüber, wieviel des benötigten Stroms selbst produziert warden kann (und zwar zu dem Zeitpunkt an dem er benötigt wird).
Diese beiden Größen verhalten sich bei Variation der Anlagengröße jeweils gegensätzlich - je größer eine Anlage dimensioniert wird, umso höher wird der Autarkiegrad. Die Eigenverbrauchsquote reduziert sich jedoch.

In den folgenden Diagrammen ist illustriert, welche Anteile des benötigten Stroms selbst produziert werden können, wieviel zugekauft werden muss und welcher Anteil ins Netz geliefert werden kann. Gegenübergestellt ist hier der Bedarf an einem Werktag in der jeweiligen Jahreszeit mit der Produktion einer 5kWp-Anlage.




Für ins Netz gelieferten Strom erhält man vom Energielieferanten etwa 25% des Preises zu dem man als Verbraucher selbst den Strom bezieht. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, unsere Anlage so zu dimensionieren, dass der Eigenverbrauch im Vordergrund steht. Dadurch ist der Autarkiegrad natürlich deutlich reduziert. In den folgenden Tabellen sind die erzielbaren Kenngrößen bei unterschiedlich dimensionierten Anlagen bei unterschiedlichen Jahresstromverbräuchen dargestellt.


Eigenverbrauchsquote
4 kWp5 kWp6 kWP
Autarkiegrad
4 kWp5 kWp6 kWp
7000 kWh/a
74% 64% 55%
7000 kWh/a
40% 43% 45%
8000 kWh/a
81% 70% 61%
8000 kWh/a
38% 41% 44%
9000 kWh/a
87% 76% 67%
9000 kWh/a
36% 39% 42%

Wir werden voraussichtlich eine Anlage in der Größenordnung von etwa 5 kWp installieren, da dies bei unserem erwarteten Jahresstromverbrauch einen in unseren Augen sinnvollen Kompromiss zwischen Autarkie und Eigenverbrauch darstellt.

Um Autarkie und Eigenverbrauch gleichermaßen zu erhöhen, muss das Verbrauchsprofil der Ertragskurve der Photovoltaikanlage angenähert werden, d.h. Stromverbrauch in die Tageszeiten verschoben werden, in denen Solarstrom zur Verfügung steht. Möglich ist dies beispielsweise durch intelligente Steuerung von Warmwasserbereitung, Waschmaschine, Geschirrspüler, usw.

Eine weitere Möglichkeit beide Kennzahlen gleichzeitig zu verbessern ist die Installation eines Stromspeichers. Hier tut sich momentan sehr viel am Markt (Tesla Power Wall, Fronius Solar Battery, Kreissl Mavero Heimspeicher, ...), unserer Einschätzung nach sind die Preise durch die Neuartigkeit noch zu hoch. Wir werden den Einsatz eines solchen Systems zwar vorsehen, aber nicht sofort umsetzen.

Das wars erstmal mit der Haustechnik-Serie - bis zum nächsten Mal!
Bettina



Mittwoch, 7. Februar 2018

Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter - oder wie die Photovoltaik am Dach sitzen sollte

Im letzten Post haben wir darüber berichtet, wie die Planung unserer Heizung vor sich geht. Mittlerweile ist die Entscheidung getroffen, dass es definitiv eine Luftwärmepumpe wird.


Um möglichst ressourcenschonened zu bauen, leben und wohnen möchten wir auch eine Photovoltaikanlage am Dach installieren. Bei Sonnenschein kann unser Ybbshäuschen dann Strom produzieren - Jan als gelernten Kraftwerksinstandhalter freut das natürlich um so mehr!


Der große Nachteil einer Photovoltaikanlage ist, dass sie natürlich nur dann Strom produziert wenn ausreichend Sonnenenergie zur Verfügung steht. Wie effizient das Sonnenlicht in Strom umgewandelt wird hängt (unter anderem) davon ab wie das Sonnenlicht auf die Paneele fällt. Optimal ist es, wenn die Sonnenstrahlen möglichst im rechten Winkel auf die Oberfläche der Solarzelle fallen. Nicht nur während eines Tages ändert sich das, sondern auch im Jahresverlauf - die Sonne steht im Sommer schließlich viel höher am Himmel.


      
Sonnenhöhe im Winter (links) und im Sommer (rechts)


       
Sonnenstand am frühen morgen (links) und am späten Abend (rechts)

Unsere erste Idee war es, nicht alle Paneele nach Süden auszurichten. Damit könnte am frühen morgen und am späten Abend länger Strom produziert werden. Die Produktionseffizienz in der Mittagszeit wäre dafür reduziert.
Um hier eine zuverlässige Einschätzung treffen zu können haben wir uns die Strahlungsintensitäten (und damit den produzierten Solarstrom) im Osten, Süden und Westen im Jahresverlauf angesehen und gegenübergestellt. Die Daten dafür kommen übrigens von PVGIS.





Die rote Kurve in den Diagrammen zeigt den im Tagesverlauf produzierten Solarstrom für eine nach Süden ausgerichtete Photovoltaik-Anlage mit einer Spitzenleistung von 5kWp. Die schwarze Linie stellt im Vergleich dazu die Stromproduktion einer Anlage, bei der jeweils 1kWp im Osten und Westen angeordnet ist, und 3kWp mit südlicher Ausrichtung.
Man erkennt deutlich, dass bei einer gemischt ausgerichteten Anlage im Sommer das Verlaufsprofil etwas breiter wird, d.h. früh am morgen bereits etwas mehr Strom erzeugt wird als bei einer reinen Südorientierung. Dabei kommt es aber zu deutlichen Verlusten in der Produktion zur Tagesmitte. Im Sommer ist das nicht so relevant, im Winter reduziert das die ohnehin schon geringe Produktion noch weiter.


Für uns ist somit klar, dass wir unser Anlage vollständig auf der südlichen Dachfläche anbringen werden.


Für die insgesamte Dimensionierung unser Anlage, d.h. welche Spitzenleistung wir installieren wollen haben wir noch weitere Abschätzung durchgeführt - aber dazu ein anderes Mal!


Liebe Grüße,
Bettina

Samstag, 30. Dezember 2017

Kuschelig warm solls sein - nur wie?

Uns ist sehr wichtig dass unser Ybbshäuschen nachhaltig gebaut wird - im Sinne der Umwelt und auch unserer Geldbörse. Wir haben uns eingehend mit verschiedenen Heizsystemen bzw. Energiequellen auseinandergesetzt.

Folgende Heizsysteme stehen im Prinzip zur Auswahl:
  • Gastherme:
    Die einfachste und kostengünstige Art zu Heizen ist im Moment wohl die Gasheizung. Aus zwei Gründen kommt dieses Heizsysteme für uns aber nicht in Frage - einerseits die Verbrennung von fossilen Energieträgern, die aus Umweltschutzgründen nicht unbedingt sinnvoll ist, andererseits die Tatsache, dass die Ferngas-Leistung nicht in vernünftigem Abstand zu unserem zukünftigen Heizraum liegt und somit umfangreiche Grabarbeiten notwendig wären.
  • Pelletsheizung:
    Eine Pelletsheizung benötigt - no na - Pellets, und damit einen großen Lagerraum. Dieser Platz wäre bei uns zwar prinzipiell vorhanden, wir möchten diesen aber eigentlich lieber anderweitig nutzen.
  • Wärmepumpe:
    Somit war für uns relativ schnell klar dass wir eine Wärmepumpe als Heizsystem verwenden möchten. Wärmepumpen funktionieren im Prinzip wie ein Kühlschrank, nur genau andersherum. Aus einer Wärmequelle (Außenluft, Grundwasser oder Erdreich) wird Energie entnommen und dem Wasser des Heizkreislaufs zugeführt.
    Die genaue Funktionsweise ist sehr gut in der Wikipedia geschildert, die Abbildung illustriert das ganze nochmal kurz:
  • Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia
Hier gibt es allerdings wieder verschiedene Ausführungen:
Je nach dem welche Wärmequelle verwendet wird unterscheidet man zwischen Luft-, Wasser- und Erdwärmepumpen.

Unser Favorit war zunächst die Erdwärmepumpe mit einem Spiralkollektor (häufig auch als Energiesäule oder Solekorb bezeichnet).
Durch die nahezu konstante Temperatur des Erdreichs arbeitet die Wärmepumpe hier immer optimal effizient und verbraucht damit am wenigsten Strom. Allerdings kommen hier - im Vergleich zur Luftwärmepumpe - zusätzliche Investitionskosten in Höhe von ca. 15.000 - 18.000€ für die Bohrungen und die Verlegung der Spiralkollektoren dazu. Die Tiefenbohrung für eine Erdsonde würde ähnliche Kosten verursachen. Bei der Verlegung von Flächenkollektoren fallen zwar nicht ganz zu hohe Anschaffungskosten an, dafür blockieren die Kollektoren dann sehr große Bereiche des Gartens, die dann nicht für Swimming Pool, Bepflanzung etc. zur Verfügung stehen.

Eine Wasserwärmepumpe hat - neben den ebenfalls anfallenden Kosten für die Bohrung der beiden Brunnen zur Entnahme und Rückspeisung des Grundwassers - den gravierenden Nachteil dass sie Genehmigungspflichtig ist und die Genehmigung aktuell lediglich für jeweils 10 Jahre erteilt wird. Da wir bei der Heizung von einer Lebensdauer von deutlich über 10 Jahren ausgehen, möchten wir nicht von einer neuerlichen Genehmigung abhängig sein.

Somit ist der aktuelle Favorit die Luftwärmepumpe. Bei niedrigen Außentemperaturen gibt es hier zwar deutliche Einbußen in der Effizienz, moderne Geräte arbeiten aber auch bei bis zu -20° noch und erst dann muss auf die elektrische Zusatzheizung zurückgegriffen werden.

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können (und weil ich als Physikerin da auch gar nicht aus meiner Haut kann 😄), haben wir eine kleine Rechnung angestellt. Aus der Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe bei verschiedenen Temperaturen sowie einem typischen Temperaturprofil eines Jahres in unserer Heimatstadt konnten wir - zusammen mit den Daten aus dem Energieausweis - mit ausreichender Genauigkeit den Stromverbrauch für unsere zukünftige Heizung abschätzen. Der Unterschied zwischen Luft- und Erdwärmepumpe liegt hier bei ca. 300€/Jahr. Somit hätte sich - bei einem Zusatzinvest von 15.000€ für die Erdwärmeheizung - diese erst nach 50 Jahren selbst finanziert.

Neben der niedrigeren Effizienz bei kalten Temperaturen hat die Luftwärmepumpe noch einen weiteren Nachteil - das Außengerät muss große Mengen an Luft zur Wärmepumpe transportieren um ausreichend Energie für die Beheizung zu gewinnen. Dazu ist ein großer Ventilator erforderlich, und der große Luftstrom erzeugt einen gewissen Lärmpegel. Deshalb ist auch die Entscheidung für uns noch nicht endgültig gefallen, unser Favorit ist aber derzeit die Luftwärmepumpe.

In den letzten Tagen haben wir uns auch intenstiv mit dem Thema Photovoltaik auseinandergesetzt - dazu aber mehr im nächsten Beitrag!

Liebe Grüße,
Bettina

Dienstag, 19. Dezember 2017

Baum fällt!

Das Ybbshäuschen war, wie ihr vielleicht im letzten Beitrag schon feststellen konntet, ziemlich zugewuchert. Vor allem drei über 20m hohe Fichten spendeten im Sommer zwar schönen Schatten, hatten aber doch auch so einige Nachteile.



Einerseits machten sie unheimlich viel Mist (alle 14 Tage eine Schubkarre voll Fichtennadeln aus dem Garten und den Dachrinnen entfernen zu müssen macht echt keinen Spaß), andererseits gefährdeten die großen Äste bei stärkerem Wind auch das Dach. Schon kurz nachdem wir eingezogen waren haben wir mit Hilfe eines Nachbarn die Äste die dem Dach am nächsten kamen entfernt.


In der Küche hatten wir auch nicht wirklich viel Tageslicht, da die Bäume hier einfach im Weg standen. Für uns stand also relativ schnell fest dass die Bäume weg müssen.

Nachdem die Entscheidung gefallen war, war noch die Frage nach dem wie zu klären. Die Bäume waren so hoch, dass es nicht möglich gewesen wäre sie zu fällen ohne dem Nachbarhaus, unserem Haus oder einer Stromleitung gefährlich nahe zu kommen. Glücklicherweise hat ein ehemaliger Arbeitskollege von Jan sich darauf spezialisiert, Bäume in solchen beengten Situationen zu fällen indem er von einer Hebebühne aus die Stämme Meter für Meter von oben herab abträgt.


Eines Freitagnachmittags im Oktober rückte also schweres Gerät im Ybbshäuschen an.
Nach ca. 20 min war die Hebebühne an Ort und Stelle positioniert und so gesichert dass die Arbeit gefahrlos möglich war.

 


Zuerst wurden mittels Hochentaster die mächtigen Äste entfernt. Besonders bei dem einen Baum der nur wenige Meter vom Haus entfernt stand, konnten wir mit zunehmender Faszination beobachten mit wieviel Feingefühl hier in 20m Höhe mit schweren Maschinen gearbeitet wurde.

 

Die Äste fielen wohldosiert an der jeweils gewünschten Stelle zu Boden. Dadurch entstand auch gleich ein Polster, auf den in weiterer Folge die auf ca. 1m abgelängten Stamm-Stücke fallen sollten.
Auch das Abtragen des nun "nackten" Baumstamms wurde sehr sorgfältig durchgeführt.


Nach etwa vier Stunden Arbeitszeit waren unsere Baume pünktlich zu Einbruch der Dunkelheit bis auf Reststämme von ca. 2-3m Höhe gefällt. Diese Überreste waren rudum in Reisig "vergraben" - so wie auch ein ziemlich großer Rest unseres Gartens!


Im Laufe der nächsten Wochen arbeiteten wir das geschlägerte Holz auf. Nachdem das Reisig (und es ist unvorstellbar wieviel Reisig hier wirklich anfiel) beseitigt war konnten wir auch noch die verbleibenden Stämme fällen.





Für die nächsten Winter ist der Brennholzvorrat somit jedenfalls gesichert!

Nach dem Fällen der drei größten Bäume haben wir jetzt auch wesentlich mehr Licht in Haus und Garten.


Zwischen den großen Bäumen war auch noch eine deutlich kleiner Fichte, die wir eigentlich stehen lassen wollten. Nach einigen Monaten (und dem ersten größeren Sturm) hat der Baum sich aber so gefährlich geneigt dass wir kurzen Prozess gemacht und ihn ebenfalls gefällt haben.

 

Da wir dann schon so schön in Fahrt waren haben wir noch gleich einen weiteren Baum beseitigt.



Das wars dann aber auch fürs erste mit unseren forstwirtschaftlichen Aktivitäten - bis zum nächsten Mal!

P.S.: Nachdem wir mit der Arbeit von Herrn Gangl so uneingeschränkt zufrieden waren, hier auch noch der Link zu seiner Hompage, versehen mit dem ganz klaren Prädikat "empfehlenswert": http://www.gangl.co.at/

P.P.S.: Entschuldigt die teilweise sehr schlechte Bildqualität - die Fotos entstanden mit einer billigen Handykamera bei oft recht ungünstigen Lichtverhältnissen. Baustelle halt :-)

Sonntag, 10. Dezember 2017

Vorher.

Irgendwann wird es hier Nachher-Bilder geben. Hoffen wir zumindest.


Damit ihr aber wisst womit wir starten, gibts hier erstmal Vorher-Bilder ("Vorher" ist übrigens relativ. Die Fotos sind entstanden, nachdem wir knapp 1,5 Jahre mit Aufräumarbeiten verbracht haben ...)

Von außen sieht es im Moment so aus:


Das Bild kennt ihr ja vom Titelbild des Blogs, und es zeigt finde ich ganz gut dass schon ein ganz gehöriger Berg Arbeit vor uns steht.
Besonders witzig finde ich die Lampe, es handelt sich dabei um eine alte Straßenlaterne!

Der Garten war ziemlich verwuchert, mit einigen riesengroßen Fichten (die haben mittlerweile zugunsten von etwas mehr Tageslicht weichen müssen, aber dazu ein anders mal mehr).

 


Jetzt gehts nach innen. Das hier ist der alte Kuhstall:


Der Teil des Raums links im Bild soll mal unsere Garderobe werden, der Teil im Vordergrund eine Laube bzw. eine erweiterte Terrasse zur Nutzung mit dem Garten.

Das nächste Foto zeigt den Heuboden. Hier soll werden wir in Zukunft kochen, essen und wohnen:


Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt wie unser Häuschen aussehen wird wenn es fertig ist. Von vielen Dingen haben wir zwar recht klare Vorstellungen, aber meistens kommt es ja dann doch anders als man denkt.

Also dann, bis demnächst!

Bettina

Montag, 13. November 2017

Wie wir zum Ybbshäuschen kamen

Wir waren schon einige Zeit auf der Suche nach einem Baugrundstück, einerseits um unserer Erspartes sinnvoll zu investieren, andererseits aber natürlich auch weil ein eigenes Haus zu bauen ziemlich weit oben auf unserer Wunschliste stand.
Da unsere Anforderungen - keine Hanglange, keine Neubausiedlung, in Reichweite eines großen Bahnhofs, ausreichend groß, bezahlbar - aber nicht ganz einfach zu erfüllen waren, gestaltete sich diese Suche alles andere als einfach. Wir haben natürlich auch mit unseren Familien über unsere Suche gesprochen - man weiß ja nie ob jemand wen kennt der wen kennt ...

Eines Sonntag nachmittags saßen wir bei Onkel Franz, und plötzlich fragte er uns ob es uns denn in Greimpersdorf gefallen würde - und wenn ja, ob wir es uns denn vorstellen könnten sein Haus zu kaufen! Wir waren gelinde gesagt ziemlich überrascht, denn damit hatten wir absolut nicht gerechnet. Den ersten Teil von Franz' Frage konnten wir definitiv mit ja beantworten - wer würde denn auch nicht gerne in so einer Umgebung wohnen, und das ganze nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt:

Ybbs shore


Ybbs shore


Das "Häuschen" erfüllt definitiv unsere Wunschliste - keine Hanglange, keine Neubausiedlung, in Reichweite eines großen Bahnhofs, ausreichend groß - aber ein 60er-Jahre Haus inkl. den Überresten eines alten (wirklich alten!) Bauernhauses war eigentlich nicht im Plan. Zusätzlich würde Franz im Haus ein Wohnrecht auf Lebenszeit erhalten - das Zusammenleben mit einem älteren Herrn will natürlich auch gut überlegt sein!

Schlussendlich stand für uns aber sehr schnell fest, dass sich hier für uns eine ganz großartige Chance aufgetan hatte. Wir vereinbarten über die ganze Abwicklung des Kaufes Stillschweigen bis alles über die Bühne gegangen war, lediglich Bettinas Familie wurde eingeweiht da wir eine "bausachverständige" Einschätzung über den Zustand des Hauses haben wollten.

Am 9. Oktober 2015 war es dann schließlich soweit - wir unterzeichneten mit der bis dahin teuersten Unterschrift unseres Lebens den Kaufvertrag für das Ybbshäuschen. Damit ging das Abenteuer dann so richtig los - aber mehr dazu ein anderes Mal.

Liebe Grüße,
Bettina & Jan

Willkommen im Ybbshäuschen

Seit einiger Zeit halten lassen wir euch nun schon mit dem Versprechen "Coming Soon" warten - nun ist es so weit!



Der Einreichplan ist fertig und bereit zur Abgabe, und diesen Zeitpunkt möchten wir nutzen um unseren (Um)baublog zu starten. Neben dem eigentlichen Baufortschritt werden wir hier auch die eine oder andere Geschichte teilen, die wir in den 2 Jahren als Besitzer unseres Ybbshäuschens so erlebt haben.

Wir hoffen, ihr habt Spaß auf unserem Blog und freuen uns auf viele Leser!

Liebe Grüße,
Bettina & Jan

Dienstag, 18. Juli 2017

Coming Soon!

Coming soon!