14. Juli 2019

Baustellentagebuch - Nachlese Woche 2 (KW28)


Auf unserer Baustelle geht es mit Riesenschritten voran.

Diese Woche wurden die Kanäle in der Rollierung unter dem Unterlagsbeton im Erdgeschoß fertig verlegt. Die Schotterschicht wurde mit Folie abgedeckt und darauf die Bewehung verlegt, bevor der Beton eingebracht wurde.

Kanäle und Schläuche im zukünftigen Technikraum

Bewehrung des Unterlagsbeton im zukünftigen Technikraum
Technikraum mit eingebrachter Betonsohle
fertiger Unterlagsbeton im Gewölbe

fertiger Unterlagsbeton im Gewölbe
Außerdem wurde der Betonrost für die Verlegung der Decke über EG hergestellt. Der bereits vorhandene Rost wurde dafür verbreitert.


 
Bewehrung des Rosts für die Auflage der Decke über EG

Um Sicherzustellen, dass über die zukünftige Außenwand zwischen Stiegenhaus und Garage, die ziemlich genau über der höchsten Stelle des Erdkeller-Gewölbes steht keine Kräfte auf eben dieses Gewölbe abgeleitet werden, wurde hier ein sehr massiver Stahlbeton-Träger hergestellt. Die Gewölbedecke wurde dabei mittels Dämmwolle mechanisch vom Träger getrennt, sodass dieser nur auf der letzte Woche erstellten Säule im Erdkeller und außerhalb des Gewölbes aufliegt. Die Bewehrung von den Träger musste mit 6 Mann in die Schalung gehoben werden.

Stahlbetonträger über dem Erkeller (im Vordergrund Bewehrung für eine Säule im Außenbereich des Gewölbes)

Stahlbetonträger über dem Erdkeller
Nach dem Trocknen des Betons konnten die Maurer am Mittwoch bereits mit dem Erstellen des neuen Mauerwerks im Bereich des zukünftigen Technikraums, sowie der Außenmauer zwischen Stiegenhaus und Garage beginnen.

Maurerarbeiten im zukünftigen Technikraum

Mauerwerk im zukünftigen Technikraum

neue Außenmauer im zukünftigen Stiegenhaus

neue Außenmauer zwischen Stiegenhaus und Garage
 Als letzter Arbeitsschritt in dieser Woche hat Jan gemeinsam mit seinem Bruder die Durchbrüche für die großen Fenster und die Haustüre im Gewölbe gemacht:
Durchbruch für das große Fenster im Gewölbe

Durchbruch für das große Fenster im Gewölbe
Etwas überraschend für uns wurden am Samstag früh dann auch noch die Stahlträger für die Fenster im Gewölbe angeliefert, die nächste Woche eingebaut werden sollen:

Stahlträger für die Fenster im Gewölbe
Wir sind gespannt, was die nächste Woche bringt!

7. Juli 2019

Baustellentagebuch - Nachlese Woche 1 (KW27/2019)

Jetzt geht es also los - mit dem Umbau des Ybbshäuschens wird es ernst.

Am Montag ist unsere Baufirma angerückt, und nach einer ersten Abstimmung Orientierung wurden diverse Ausrüstungsgegenstände und Materialien angeliefert. Ebenfalls unter dem Stichwort "Baustelle einrichten" lief die Anbringung des Meterrisses.
Der erste Arbeitsschritt war - wo nötig - die Unterfangung des Mauerwerks bzw. der Fundamente. Dazu wurden die Fundamente abschnittsweise untergraben und die so entstandenen Hohlräume mit Beton ausgegossen.

Für die Unterfangung untergrabenes Fundament 
Rutsche zum Einbringen des Betons

Beton ist eingebracht
Im Laufe der Woche wurde so in den durch Statiker und Baumeister als kritisch identifizierten Bereichen ein neues, tragfähiges Fundament errichtet.

Die Baufirma forderte kurzfristig einen Gewölbeexperten zur Beratung an, der noch einige weitere Sicherungsmaßnahmen im Bereich des Erdkellers und Gewölbes empfahl. Die Säulen und Fundamente des Gewölbes wurden ausgebessert, außerdem wurde auf der Gewölbedecke entlang der sogenannten Gurte eine mit Eisen bewehrter "Rost" zur Verstärkung betoniert.

Verstärkung der Fundamente der Gewölbesäulen
Bewehrung für die Verstärkung eines Gewölbepfeilers

bereit zum Betonieren
nach Entfernen der Schalung

Ankereisen für die Verstärkungs"roste" auf der Gewölbedecke

fertig betonierte Verstärkungs"roste" 

 Außerdem wurde das Fundament für die Säule im Erdkeller betoniert und die Bewehrung vorbereitet:

Fundament im Erdkeller
vorbereitete Bewehrung für die Stahlbeton-Säule

Ebenfalls durchgeführt wurde der Abbruch einer Zwischenwand im Erdgeschoß, und es wurde mit dem Verlegen der Abwasser- und sonstigen Rohrleitungen im Bereich des zukünftigen Technikraums begonnen.
erste Kanalrohre liegen im Untergrund unter dem Technikraum



In Eigenleistung haben wir am Wochenende - mit tatkräftiger Unterstützung durch unsere Familien - den alten Kamin abgebrochen, sowie einige Absturzsicherungen hergestellt.

OG ohne Kamin

Absturzsicherung
Insgesamt sind wir mit dem Tempo des Baufortschritts sehr zufrieden, dafür mit einigen organisatorischen Punkten eher weniger. Wir sind gespannt wie es in der kommenden Woche weitergeht!

24. Dezember 2018

Weihnachtsgrüße

Wir wünschen allen unseren Lesern besinnliche Weihnachten im Kreise ihrer Liebsten und viel Freude, Glück und Erfolg im neuen Jahr 2019!



26. September 2018

Baustellenkamera Brinno TLC200

Um den Fortschritt auf unserer Baustellen festzuhalten, haben wir beschlossen eine Zeitrafferkamera das Geschehen festhalten zu lassen. Dazu ist die Brinno TLC200 (im Set BCC100 mit wetterfestem Gehäuse und Wandbefestigung) bei uns eingezogen.

Quelle: Amazon
Der tatsächliche Baustart hat sich leider deutlich verzögert - dazu ein anderes Mal mehr -, wir haben die Kamera aber natürlich trotzdem schon mal getestet. Für einige Vorbereitungsarbeiten rund ums Haus haben wir während unseres Urlaubs für eine Woche ein fahrbares Gerüst ausgeborgt - den Aufbau haben wir mit der TLC200 dokumentiert:




Die Befestigung im wetterfesten Gehäuse funktioniert dank der elastischen Bänder sehr gut. Ob das Gehäuse bei Regen auch wirklich wasserdicht bleibt und die Kamera zuverlässig schützt konnten wir auf Grund der anhaltenden Trockenheit noch nicht testen.

Auch die Wandbefestigung zur Montage mit Schrauben haben wir noch nicht ausprobiert.

Die Inbetriebnahme der Kamera ist wirklich einfach - mit dem Drehknopf auf der Rückseite der Kamera wird das Gerät aktiviert, mit den beiden Tasten "Menu" und "Time" werden die nötigen Einstellungen für Bildqualität & -größe, Aufnahmeintervalle, etc. gewählt.
Wenn nicht in den Menüs navigiert wird, zeigt das Display ein Live-Bild der aufzuzeichnenden Szene, was sehr hilfreich zum Ausrichten der Kamera ist.

Die Bildqualität ist zwar nicht berauschend, für den Zweck aber absolut ausreichend. Durch das sehr weitwinkelige Objektiv kommt es zu relativ starker tonnenförmiger Verzeichnung, bei Objekten die weit genug entfernt sind fällt das aber nicht allzusehr auf.

Einzig bei Gegenlicht kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung, die aber auch zu erwarten ist:

Aufnahme unsere Gartens am späten Vormittag

Aufnahme unseres Gartens am späten Nachmittag bei Gegenlicht


Wir werden deshalb die Kamera jedenfalls mit Blick nach Norden montieren, wenn wir die Arbeiten an unserem Haus dokumentieren wollen.

Insgesamt sind wir mit unserer Zeitrafferkamera sehr zufrieden, und werden sicher viel Spaß damit haben!






18. September 2018

Bankdarlehen

In Teil 2 der Serie rund um die Finanzierung geht es um das Bankdarlehen.

Bereits bevor wir in die Planung des Ybbshäuschens gestartet sind, haben wir uns natürlich darüber gedanken gemacht wie hoch die von uns monatlich aufbringbare Kreditrate sein dürfte. Dabei sind wir von einem worst-case-Szenario ausgegangen, nämlich von dauerhaft nur einem Gehalt.
Aus dieser Zahl konnten wir mit einfacher Zinseszins-Rechnung einen maximalen Kreditbetrag abschätzen. Die hier angenommenen Zinssätze haben wir in einem ersten Beratungstermin mit einem Bankbetreuer abgeglichen. Bei diesem Termin wurde uns auch vom Experten versichert, dass die von uns anvisierte Kreditsumme für uns auf jeden Fall leistbar ist.

Nachdem wir im Rahmen der Planung durch unseren Architekten eine detaillierte Kostenschätzung erhalten haben, haben wir uns mit konkreten Anfragen an unsere Hausbanken gewendet.
Beides sind traditionell etablierte österreichische Banken, die allerdings sehr unterschiedlich groß sind (Bank A mit ca. 100 Mitarbeitern, Bank B mit ca. 10 Mitarbeitern).

In der ersten Angebotsrunde hatte - für uns etwas überraschend - die kleinere Bank B doch deutlich die Nase vorne. In einer zweiten Runde konnte Bank A dann deutlich aufholen, sodass wir am Ende zwei sehr ähnliche Angebote vorliegen hatten.

Da die Fahrtzeit zur Bank A für uns nur wenige Minuten beträgt, Bank B aber ca. 100km entfernt liegt haben wir dann entschieden, mit Bank A fortzufahren. Bei der ersten Durchsicht der Verträge kam es hier aber zu einigen sehr unerfreulichen Vorfällen. Einige Punkte waren plötzlich im Vertragstext deutlich anders enthalten als dies im Vorfeld vereinbart wurde. Für uns ein absolutes No-Go war dann die Forderung nach einer Gehaltsverpfändung, einschließlich des Rechts für die Bank dies jederzeit an die gehaltsauszahlende Stelle zu melden. Wir sind der Meinung, dass es unsere Arbeitgeber nichts angeht wie hoch unsere Schulden sind.

Aus diesen Gründen haben wir unsere Entscheidung revidiert und sind nun doch bei Bank B geblieben. Hier haben wir uns rundum gut betreut gefühlt, auf unsere Fragen & Wünsche wurde unkompliziert eingegangen und das Vertrauen, das von Bank A von uns gefordert wurde, wurde hier auch uns entgegengebracht.

Was man aus dem Thema sicher mitnehmen kann, ist dass der vermeintliche Vorteil von großen Firmen oder Banken oft durch große Flexibilität mehr als wettgemacht wird und es sich in jedem Fall lohnt die eigenen Wünsche und Vorstellungen anzusprechen!



21. Juni 2018

Wohnbauförderung

Im letzten Post haben wir ja schon angekündigt, dass es einen ausführlichen Beitrag zum Thema Wohnbauförderung geben wird, da wir uns im Vorfeld intensiv mit dem Thema beschäftigt haben und hier unsere Erfahrungen gerne weitergeben möchten.

Vom Land Niederösterreich gibt es ein umfangreiches Förderprogramm, sowohl was Neubau als auch Sanierung von Eigenheimen betrifft. Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer solchen Förderung ist es, dass gewisse Richtlinien - vor allem die Energieeffizienz betreffend - erfüllt werden.

Je nach dem ob neu gebaut oder saniert wird, gibt es unterschiedliche Fördermodalitäten. Im Falle eines Neubaus erfolgt die Förderung in Form eines Darlehens mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren, das mit 1% jährlich verzinst ist. Wird hingegen saniert, ist die Förderung ein Zuschuss zur Rückzahlung eines aufgenommenen Darlehens in Höhe von 3% des förderbaren Betrags.



In beiden Fallen ergibt sich die Höhe der Förderung aus einem Punktesystem. Je geringer der Heizwärmebedarf des Gebäudes ist, umso mehr Punkte erhält man. Auch moderne und umweltschonenende Heizsysteme wie  z.B. Wärmepumpen erhöhen die Punktanzahl, genauso wie der Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie. Weitere Punkte bekommt man für die Nutzung ökologischer Baustoffe.




Zusätzlich zu den Punkten, die man für energie- und ressourcenschonende Bauweise erhält, gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten. Jungfamilien warden ebenso zusätzlich unterstützt, wie Bauten in historisch gewachsenen Ortskernen. Außerdem kann ein Teil des Kaufpreises gefördert werden, wenn das neu erworbene Haus innerhalb von 3 Jahren thermisch saniert wird. Ausschlaggebend ist dabei übrigens der Zeitpunkt der Beantragung der Wohnbauförderung, nicht der tatsächliche Baubeginn.


Alle Details findet man auf der Website der NÖ Landesregierung:
Auch abgesehen von finanziellen Zuschüssen bzw. Darlehen gibt es sehr viele Aktionen die im Bereich der Wohnbauförderung ablaufen. Beispielsweise gibt es die Aktion "GESTALTE(N)", bei der unter anderem eine Bauberatung stattfindet. Für einen Kostenbeitrag von 50€ kann ein Beratungstermin in Anspruch genommen werden, bei dem ein firmenunabhängiger Fachexperte mit langjähriger Erfahrung vor Ort Information rund um Neubau und Sanierung gibt. Auch dieses Angebot haben wir genutzt. In unserem Fall kam ein Architekt aus der näheren Umgebung, mit dem wir grob mögliche Umbauvarianten diskutiert haben. Außerdem hat er uns einige sehr interessante Hinweise zum Thema Baukosten und Baukostenschätzung mitgegeben. Schlussendlich haben wir uns zwar für eine andere Umbauvariante entschieden, nichts desto trotz waren das jedenfalls sehr sinnvoll investierte 50€!
Von GESTALTE(N) gibt es auch ein vierteljährlich erscheinendes Magazin, in dem besonders gelungene Bauprojekte vorgestellt werden. Außerdem liegen Broschüren zu den Themen Garten, Neubau und Altbau auf. Generell lädt die Website mit einer umfangreichen und laufend wachsenden Sammlung von tollen Bauprojekten.

14. Juni 2018

Ohne Göd koa Musi (oder: die Finanzierung vom Ybbshäuschen)

Der Hausbau ist für die meisten Menschen wohl - in finanzieller Hinsicht - das größte Projekt, das sie in ihrem Leben abwickeln. Am schönsten wäre es natürlich, wenn man das Vorhaben vollständig mit angespartem Geld finanzieren könnte. Realistisch ist das aber für die wenigsten Leute - so auch für uns.

In der Graphik seht ihr, wie sich die Kosten für unser Projekt zusammensetzen:


Die genaue Summe werden wir hier zwar nicht nennen, aber es ist jedenfalls mehr als wir an Eigenmitteln zur Verfügung haben. Daher werden wir, neben Erspartem, auf ein Bankdarlehen sowie eine Förderung vom Land NÖ zurückgreifen.



Da wir uns mit dem Thema ziemlich intensiv auseinandergesetzt haben, wird es zu den Themen Bankdarlehen und Förderung demnächst jeweils eigene Beiträge geben.

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße aus dem Ybbshäuschen,
Bettina & Jan









7. Juni 2018

Baubewilligung

So wie in fast jedem anderen Bereich des Lebens geht natürlich (und ganz besonders) bei Bauvorhaben in Österreich gar nichts, ohne dass eine Behörde ihren Segen dazu gibt. Die Regelungen dafür sind in jedem Bundesland anders - für uns gilt die Niederösterreichische Bauordnung in der Auflage von 2014.


In diesem Gesetzestext ist vorgeschrieben, dass für jedes nennenswerte Bauvorhaben ein Ansuchen um Genehmigung dieses Bauvorhabens gestellt werden muss. Es gibt nur mehr sehr sehr wenige Bauvorhaben die nicht bewilligungspflichtig oder zumindest meldepflichtig sind.


In Niederösterreich läuft das Baubewilligungsverfahren folgendermaßen ab:


Ablauf des Verfahrens zur Baubewilligung in NÖ (Quelle: NÖ gestalten)

Im ersten Schritt werden die Einreichunterlagen vollständig zur zuständigen Baubehörde gebracht. Bei uns waren das folgende Dokumente:
  • Bauansuchen: Dieses in unserer Gemeinde recht einfach auch elektronisch befüllbare Formular ist quasi das Deckblatt der ganzen Unterlagensammlung. Hier ist auch angegeben, welche Unterlagen beigefügt werden müssen.
  • Grundbuchauszug: Zum Nachweis des Grundeigentums des Grundstücks auf dem das Bauwerk entstehen soll.
  • Einreichplan (in 3facher Ausführung): Der Einreichplan wird im Maßstab 1:100 erstellt und umfasst Grundrisse aller Geschoße und relevante Schnittdarstellungen. Außerdem Ansichten des Hauses von allen Seiten sowie einen Lageplan. Auf dem Plan vermerkt sind alle Nachbarn, die dann in späterer Folge auch über das Bauvorhaben verständigt werden und berechtigt sind Einwendungen einzubringen. Verfassen dürfen einen Einreichplan nur dazu befugte Berufsgruppen, das sind z.B. Baumeister, Ziviltechniker oder Architekten.

  • Baubeschreibung (in 3facher Ausführung): In der Baubeschreibung werden Informationen zum geplanten Bauwerk und dem Bauplatz zusammengefasst.
  • AGWR II - Datenblatt: Dieses Datenblatt enthält Fragen (zum großen Teil in Überschneidung mit der Baubeschreibung), die der Behörde dazu dienen das neu zu errichtende Bauwerk in das Gebäude- und Wohnungsregister einzutragen. Abgefragt werden Daten zur bebauten Grundfläche, zur Ver- und Entsorgung von Wasser, der Energieversorgung, etc.
  • Energieausweis: Seit einigen Jahren wird für jeden Neu- oder Umbau ein Energieausweis benötigt. Das ist ein Dokument, in dem einige energietechnisch relevante Kenngrößen eines Hauses zusammengefasst sind. Die wichtigste dieser Kennzahlen ist der spezifischer Heizwärmebedarf, die angibt wieviel Energie pro Quadratmeter und Jahr zum beheizen des Hauses benötigt wird.
Mit dem vollständigen Eintreffen der Einreichunterlagen kann die Baubehörde (üblicherweise die Gemeinde) mit der Prüfung des Antrags und dem Einholen aller notwendigen Gutachten beginnen. Dafür hat sie 3 Monate Zeit.
Danach beginnt das Verfahren mit allen Parteien und Nachbarn. Eine Bauverhandlung an Ort und Stelle des geplanten Bauwerks mit Teilnahme aller Parteien gibt es in unserer Gemeinde nicht mehr. Hier ist es so, dass die Eigentümer aller angrenzenden Grundstücke über das Bauvorhaben schriftlich informiert werden und danach 2 Wochen Zeit haben, die Planungsunterlagen einzusehen und dagegen Einwände zu erheben.
Kommt es hier zu keinen Einwänden, erteilt die Gemeinde die Baubewilligung und stellt einen rechtsgültigen Bescheid aus.

Unsere Einreichunterlagen haben wir am 20.11.2017 vollständig am örtlichen Bauamt abgegeben. Im Vorfeld haben wir uns mehrmals mit dem örtlichen Bauamt abgestimmt, ob unser Bauvorhaben den rechtlichten Rahmenbedingungen entspricht (zum ersten Mal noch vor Kauf des Ybbshäuschens, später dann mehrmals in der Planungsphase). Am 14.02.2018, 7 Tage vor Ablauf der zulässigen 3 Monate Frist, erhielten dann unsere Nachbarn und wir die Verständigung. Da wir auch hier bereits vorab unser Vorhaben angekündigt und die Pläne gezeigt hatten kam es zu keinen Einsprüchen. Darüber wurden wir Mitte März informiert.



Ende März erhielten wir dann die Baugenehmigung. Bis der Baubescheid auch rechtsgültig ist vergehen dann nochmals 2 Wochen. Seit 06.04.2018 - nach Einzahlung der Gebühren in Höhe von insgesamt 367,95 € - sind wir also im stolzen Besitz einer rechtsgültigen Baugenehmigung für unser Ybbshäuschen. Der ganze Prozess von Einreichung bis Bewilligung hat somit etwa 4,5 Monate gedauert.

26. März 2018

Es werde Licht - Teil I

Schon seit Jan während seiner Ausbildung zum Prozessleittechniker die ersten SPS-Steuerung programmiert hatte, war für ihn klar dass sein zukünftiges Haus so etwas auch einmal können sollte. Wir waren uns demnach schnell einig, dass das Ybbshäuschen ein sogenanntes "Smart Home" werden sollte. Im Bereich Hausautomatisierung bzw. Haussteuerung gibt es einige bekannte Anbieter - die bekanntesten sind wohl KNX & Loxone.
Auf Grund von vielen guten Erfahrungen in unserem Bekanntenkreis, und nicht zuletzt auch weil es ein österreichisches Unternehmen ist, haben wir uns für Loxone entschieden. Unterstützung bekommen wir hier von Bettinas Onkel, der auf diesem Gebiet viel Erfahrung hat!



Bei der Planung sind wir so vorgegangen, dass wir zuerst eine Wunschliste erstellt haben. Dazu haben wir Raum für Raum den Grundriss mit Ideen die uns gefallen gegenübergestellt. Die Ideen kommen dabei häufig aus der Google-Bildersuche, vor allem aber aus Bettinas Pinterest-Sammlungen, die sie schon seit Jahren pflegt. Ergänzt haben wir diese Ideensammlung dann mit einer Auflistung der Funktionalität, die wir uns für diesen Raum wünschen - angefangen von Licht in statisch und dimmbar, weiß und bunt über Sonnenschutz bis zur Platzierung der Steckdosen und Taster. Schlussendlich gab es eine Powerpoint-Präsentation mit einer Folie für jeden Raum. Unten seht ihr zum Beispiel unsere Ideensammlung für Badezimmer sowie das Stiegenhaus.





Nachdem wir nun definiert hatten welche Funktionalitäten wir gerne wo haben möchten, machten wir uns an die Erstellung einer Überblicksliste zur Kalkulation. Raum für Raum haben wir in einer Excel-Tabelle eingetragen welche Komponenten zur Umsetzung unserer Wunschfunktionalität benötigt werden.



An dieser Stelle folgt eine kleine Anmerkung zur Dimmung von LED-Systemen, da wir mit diesem Thema viel Zeit verbracht haben. Es gibt eine ganze Vielzahl an Möglichkeiten, LED-basierte Leuchtmittel zu dimmen. Einen guten Überblick darüber geben die Loxwiki-Einträge zum Thema Beleuchtung und Dimmung.
Wir haben uns dann dazu entschieden, dass wir die Dimmung von Indirektbeleuchtung die mittels Spots oder Streifen umgesetzt wird über 24V PWM-Dimmung durchzuführen. Sämtliche "herkömmliche" Lampen, wie beispielsweise über dem Esstisch, wollen wir mittels 230V Phasenan/-abschnitt dimmen. Unserer Ansicht nach bietet diese Vorgehensweise den besten Kompromiss aus Kosten, Leistungsfähigkeit und Auswahl der Leuchten.

Ein Ergebnis dieser Überblickliste ist dann unter anderem, wieviele Ein- und Ausgänge nötig sein werden:


Diese Anzahl haben wir dann mit den von Loxone zur Verfügung stehenden Extensions abgeglichen, bis von allen Ein- und Ausgängen ausreichend verfügbar waren. Bei der Umsetzung der gedimmten Beleuchtung haben wir uns für eine Kombination aus Loxone und Drittanbieter entschieden: Die 230V-Dimmung werden wir über die Loxone Dimmer Extension umsetzen, die 24V-Lösungen jedoch mittels DMX Extension in Verbindung mit dem DMX4All X9 Dimmer.




Die hier beschriebene Vorgehensweise ist natürlich auch für eine erste Preisabschätzung sehr nützlich, die ich hier aber ausgegraut habe - ein paar Geheimnisse behält das Ybbshäuschen dann schon für sich!




10. Februar 2018

Wieviel darfs denn werden? Oder: Wenn Physiker eine Photovoltaik-Anlage planen

Nachdem wir im letzten Post erklärt haben, wie wir uns für eine ausschließlich nach Süden ausgerichtete Anlage entschieden haben, möchten wir heute überlegen wie groß die Anlage denn nun eigentlich überhaupt sein muss.


Wir gehen von einem jährlichen Stromverbrauch für unseren Haushalt von ca. 4000 kWh aus, dazu werden nochmal etwa 4000 kWh für den Betrieb der Wärmepumpe kommen - insgesamt also etwa 8000 kWh. Dieser Gesamtstromverbrauch fällt im Laufe eines Jahres an. Doch zu welchem Zeitpunkt wird nun genau wieviel Strom verbraucht? Dafür gibt es sogenannte Standardlastprofile, die den typischen Verlauf des Stromverbrauchs darstellen. Energieversorgungsunternehmen verwenden diese Profile, um den Verlauf ihrer Netzauslastung abzuschätzen. Dabei wird zwischen Werktag und Wochenende, sowie Sommer und Winter unterschieden. Das Standardlastprofil H0 ist eine Beschreibung des Stromverbrauchs von Haushalten (es gibt noch eine ganze Menge an anderen Verbrauchsprofilen, die sind für uns aber nicht relevant). Die aktuellen Lastprofile wurden vor ca. 20 Jahren erstellt, und weisen durch die Veränderungen des Tagesablaufes in unserer Geschellschaft zum Teil mittlerweile deutliche Abweichungen zum tatsächlichen Verbrauch auf, für unsere Abschätzung sollten die Daten aber reichen.


Standardlastprofil H0
Quelle: Wikipedia

Die 8000 kWh Jahresstromverbrauch haben wir entsprechend dem Standardlastprofil aufgeteilt und erhalten damit eine Darstellung, zu welcher Tageszeit welche Leistung benötigt wird.






Mit diesen Verbrauchskurven haben wir dann die Ertragskurve einer PV-Anlage überlagert, wieder basierend auf den Bestrahlungsstärke-Daten von PVGIS. In den Diagrammen ist eine Anlage mit einer Spitzenleistung von 5kW dargestellt. Man erkennt deutlich, dass im Sommer tagsüber mehr Strom als benötigt produziert wird, während im Winter der Bedarf nicht gedeckt ist.




Wo also soll man die goldene Mitte finden? Ist es zielführend, eine Anlage so zu dimensionieren dass im Winter zumindest tagsüber der Strombedarf gedeckt ist? Aus unserer Abschätzung würde das eine Anlage mit 8-10kWp bedeuten. Wohin dann aber mit dem Überschussstrom im Sommer? Und: rechnet sich diese Investition überhaupt jemals?

Glücklicherweise haben sich über dieses Thema schon viele vor uns Gedanken gemacht, und bei der Recherche sind wir auf zwei sinnvolle Kenngrößen zu diesem Thema gestoßen. Einerseits ist das die Eigenverbrauchsquote, die angibt wieviel des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird. Andererseits liefert der Autarkiegrad eine Aussage darüber, wieviel des benötigten Stroms selbst produziert warden kann (und zwar zu dem Zeitpunkt an dem er benötigt wird).
Diese beiden Größen verhalten sich bei Variation der Anlagengröße jeweils gegensätzlich - je größer eine Anlage dimensioniert wird, umso höher wird der Autarkiegrad. Die Eigenverbrauchsquote reduziert sich jedoch.

In den folgenden Diagrammen ist illustriert, welche Anteile des benötigten Stroms selbst produziert werden können, wieviel zugekauft werden muss und welcher Anteil ins Netz geliefert werden kann. Gegenübergestellt ist hier der Bedarf an einem Werktag in der jeweiligen Jahreszeit mit der Produktion einer 5kWp-Anlage.




Für ins Netz gelieferten Strom erhält man vom Energielieferanten etwa 25% des Preises zu dem man als Verbraucher selbst den Strom bezieht. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, unsere Anlage so zu dimensionieren, dass der Eigenverbrauch im Vordergrund steht. Dadurch ist der Autarkiegrad natürlich deutlich reduziert. In den folgenden Tabellen sind die erzielbaren Kenngrößen bei unterschiedlich dimensionierten Anlagen bei unterschiedlichen Jahresstromverbräuchen dargestellt.


Eigenverbrauchsquote
4 kWp5 kWp6 kWP
Autarkiegrad
4 kWp5 kWp6 kWp
7000 kWh/a
74% 64% 55%
7000 kWh/a
40% 43% 45%
8000 kWh/a
81% 70% 61%
8000 kWh/a
38% 41% 44%
9000 kWh/a
87% 76% 67%
9000 kWh/a
36% 39% 42%

Wir werden voraussichtlich eine Anlage in der Größenordnung von etwa 5 kWp installieren, da dies bei unserem erwarteten Jahresstromverbrauch einen in unseren Augen sinnvollen Kompromiss zwischen Autarkie und Eigenverbrauch darstellt.

Um Autarkie und Eigenverbrauch gleichermaßen zu erhöhen, muss das Verbrauchsprofil der Ertragskurve der Photovoltaikanlage angenähert werden, d.h. Stromverbrauch in die Tageszeiten verschoben werden, in denen Solarstrom zur Verfügung steht. Möglich ist dies beispielsweise durch intelligente Steuerung von Warmwasserbereitung, Waschmaschine, Geschirrspüler, usw.

Eine weitere Möglichkeit beide Kennzahlen gleichzeitig zu verbessern ist die Installation eines Stromspeichers. Hier tut sich momentan sehr viel am Markt (Tesla Power Wall, Fronius Solar Battery, Kreissl Mavero Heimspeicher, ...), unserer Einschätzung nach sind die Preise durch die Neuartigkeit noch zu hoch. Wir werden den Einsatz eines solchen Systems zwar vorsehen, aber nicht sofort umsetzen.

Das wars erstmal mit der Haustechnik-Serie - bis zum nächsten Mal!
Bettina